Verwendet werden die getrockneten Blätter und Blüten und die Rinde. Aus den Schalen der zum Trocknen geernteten Samen wird Rosskastanienöl extrahiert.

Traditionelle Anwendung:
Präparate aus den Blättern finden in der Volksheikunde bei Varizen, zur Unterstützung des venösen Ulcus, bei Venenentzündung und Beinvenenthrombose sowie bei Hämorrhoiden Anwendung.
Die Blüten dienen als Adstringens und Tonikum, in der Volksheilkunde auch bei Gicht und Rheuma.
Die Samen sind in zahlreichen Phytopharmaka in Form des Aescins enthalten und helfen bei chronischer Veneninsuffizienz, bes. Ödeme sowie Schwere- und Spannungsgefühl im Beinbereich, ferner posttraumatische und postoperative Weichteilschwellungen.
Rosskastanienöl kann zwar als Speiseöl genutzt werden, wird meist jedoch in der Seifenfabrikation oder als Schmiermittel verarbeitet.

Homöopathie:
1. Aesculus hippocastanum (syn. Aesculus) HAB1, die frischen geschälten Samen.
Anwendungsgebiet: venöse Stauungsbeschwerden mit Folgeerkrankungen, unter anderem Hämorrhoiden, Lenden- und Kreuzbeinschmerz.
2. Aesculus hippocastanum e cortice, äthanol. Decoctum (syn. Aesculus Cortex, äthanol. Decoctum) HAB1, die entweder im Frühjahr oder im Herbst von 3- bis 5jährigen Zweigen gesammelte, getrocknete Rinde.
3. Aesculus hippocastanum e floribus HAB34, die weißen, frischen Blüten.

Anerkannte Medizinische Anwendung:
ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy ): Bei chronisch venöser Insuffizienz und Krampfadern.
Unerwünschte Wirkungen: Eine Wirkungsverstärkung von Antikoagulantien ist möglich.