Synonyme: Rosmarinus angustifolius, R. flexuosus, R. latifolius, R. laxiflorus, Salvia rosmarinus;
Kranzenkraut

Historisches: Rosmarin hat offensichtlich, obwohl eine mediterrane Pflanze, in der antiken Medizin wenig Beachtung gefunden, wohl aber in der damaligen Kultur. Er war der Aphrodite geweiht und diente - wie Horaz und Ovid berichten - sowohl Menschen als auch Göttern als Schmuck. Durch kolonisierende Mönche kam der Rosmarin auch über die Alpen. Er wird im Capitulare de villis Karls des Großen erwähnt und gehörte im Mittelalter in Europa zu den geschätzten Arzneipflanzen. Berühmt war im 16. Jh. das Aqua Reginae Hungariae, das aus frischen Rosmarinblüten, zusammen mit Alkohol, destilliert wurde. Benannt wurde es nach der Königin Isabella von Ungarn, die gelähmt war, an Gicht litt und angeblich damit geheilt worden ist.

Drogen: 1. Rosmarini aetheroleum (syn. Aetheroleum Rosmarini, Oleum Roris marini, Oleum Rosmarini); Rosmarinöl, das aus den Blättern und beblätterten Stengeln durch Wasserdampfdestillation gewonnene äther. Öl.
Inhaltstoffe: überwiegend Terpene mit den Hauptkomponenten Campher, 1,8-Cineol und α-Pinen, ferner Camphen und Borneol. Anteil der jeweiligen Hauptkomponenten schwankt je nach Herkunftsgebiet.
2. Rosmarini folium (syn. Folia Anthos, Folia Roris marini, Folia Rosmarini); Rosmarinblätter. (syn. Krankrautblätter, Kranzenkrautblätter, Rosmarin), während oder nach der Blüte gesammelte, schonend getrocknete Laubblätter.
Inhaltstoffe: äther. Öl (1-2,5 %) s. Rosmarini aetheroleum, Diterpenphenole, u.a. Carnosolsäure, ein tricyclisches Diterpen vom Ferruginoltyp; ferner Depside, u.a. Rosmarinsäure; Flavone, u.a. Genkwanin und Luteolin; Flavonglykoside, u.a. Diosmin; Triterpene, u.a. Oleanol- und Ursolsäure.
3. Flores Rosmarini (syn. Flores Anthos), Rosmarinblüten, die getrockneten Blüten.
Inhaltstoffe: äther. Öl.