"Rosenblätter.
Die Blätter der Centifolien-, so wie der Zucker- oder Essigrose (Flores Rosarum incarnatarum et rubrarum), geben verschiedene Präparate ab:
1) Das köstliche Rosenöl (s. Oleum Rosarum).
2) Das Rosenwasser. Es wird häufig zu Augenwassern, auch zu Gurgelwassern, zu Schönheitswassern gebraucht (s. Augenwasser und Schönheitsmittel).
3) Der Rosenhonig.
4) Rosenpomade (Unguentum rosatum). Sie wird so bereitet, dass man einen Teil weißes Wachs im Tiegel schmilzt, dann vier Teile Schweinefett hinzufügt, gleichfalls schmilzt und nach dem Erkalten einen Teil Rosenwasser zusetzt. Man gebraucht die Rosensalbe gegen wunde Brustwarzen, aufgesprungene Hautstellen, als Konstituens zu Augensalben.
5) Der Rosenspiritus (Spiritus Rosarum). Er ist ein angenehmes Riechmittel. Die Bereitung ist die, dass man einen Skrupel (ein Drittel Quäntchen) Rosenöl in zwölf Lot Weingeist auflöst.
6) Die gesäuerte Rosentinktur (Tinctura Rosarum acidula). Man bereitet sie so, dass drei Lot Rosenblätter mit zwölf Lot kochendem Wasser und einem Lot verdünnter Schwefelsäure übergossen werden, und man nach 24stündiger Mazeration dann das Ganze filtriert. Man setzt davon einen Esslöffel voll zu dem gewöhnlichen Gurgelwasser aus Salbei und Fliederblumen, gegen faulige Bräune, üblen Mundgeruch, verbindet sie auch wohl mit Rosenhonig, zum Pinselsaft gegen faulige Mundgeschwüre, Schwämmchen.
7) Die Rosenkonserve (Conserva Rosarum). Man kann sie äußerlich zu Zahnlatwergen gebrauchen.
Die getrockneten Rosenblätter sind ein beliebtes Hausmittel gegen Schwindsuchtshusten. Sie werden als Tee getrunken, zumal in folgender Verbindung:
Nimm: Essigrosenblätter, Schafgarbe und große Hanfnessel, von jedem vier Lot, teile Alles in sechs Teile und verbrauche täglich davon einen Teil als Tee, mit drei Tassen kochendem Wasser infundiert und lauwarm getrunken."
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)
"Oleum Rosarum.
Das Rosenöl ist selten echt, weil das echte sehr hoch im Preis steht und daher meist verfälscht wird. Ein schönes belebendes und erquickendes Riechmittel für Ohnmächtige und Schwindsüchtige ist eine Mischung aus zwölf Lot Weingeist und 20 Tropfen Rosenöl "
(Georg Friedrich Most: Enzyklopädie der Volksmedizin von 1843)