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"[IV.27. - Echion] - Echium rubrum (Asperifoliaceae) - Rother Natternkopf
Das Echion - Einige nennen es Doris, Andere Alkibiadion, die Römer Alcibiacum - hat längliche, rauhe, etwas zarte, denen der Anchusa ähnelnde Blätter, aber kleiner und fett, mit feinen, anliegenden Borstenhaaren, welche die Blätter rauh machen, dünne, zahlreiche Stengelchen, beiderseits mit zarten, gefiederten, dunklen Blättern, welche nach der Spitze des Stengels zu verhältnismässig kleiner werden. Nächst den Blättern stehen die purpurfarbigen Blüthen, in welchen sich die, einem Vipernkopf ähnlichen Früchte. befinden. Die Wurzel ist dünner als ein Finger, schwärzlich. Diese, mit Wein getrunken, hilft nicht nur den von Schlangen Gebissenen, sondern, wenn sie von irgend welchen vorher genommen wird, so behütet sie diese auch vor dem Biss. In gleicher Weise wirken aber auch die Blätter und die Frucht. Sie lindert ferner Hüftschmerzen und befördert die Milchabsonderung, wenn sie in Wein oder im Schlürftrank genommen wird."

"[Bakcharis] - Echium rubrum oder Gnaphalium sanguineum (Compositae) - Blutrothes Immerschön
Die Bakcharis ist eine wohlriechende Kranzpflanze; ihre Blätter sind rauh und stehen an Größe zwischen denen des Veilchens und der Königskerze. Der Stengel ist knotig, von der Größe einer Elle, etwas rauh mit Nebenzweigen. Die Blüten sind purpurfarben, weißlich und wohlriechend. Die Wurzeln sind ähnlich denen der schwarzen Nieswurz und haben einen zimtartigen Geruch. Sie liebt rauhen und trockenen Boden. Ihre Wurzel, in Wasser gekocht, hilft bei Krämpfen, inneren Rupturen, bei Sturzverletzungen, bei Engbrüstigkeit, chronischem Husten und Harnverhaltung. Sie befördert die Menstruation und wird mit Nutzen den von giftigen Tieren Gebissenen mit Wein gegeben. Eine der zarten Wurzeln (in die Scheide) eingelegt zieht den Embryo heraus. Die Abkochung derselben ist Wöchnerinnen als Sitzbad zuträglich; auch zu Parfümerien ist sie gut zu gebrauchen, da sie einenfeinen Wohlgeruch hat. Die Blätter sind adstringierend und als Kataplasma bei Kopfschmerzen heilsam, bei Augenentzündungen, bei beginnendem Gaisauge, bei Entzündungen der Brüste von der Geburt her und bei roseartigen Entzündungen. Schon der Geruch aber ist schlafmachend."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)