Rheum compactum
"Das Rheum compactum zeichnet sich durch seine Blätter, vorzüglich aber durch seinen Blüthenstand,
vor allen übrigen Arten sehr aus. ...
Nach Virey soll die französische Rhabarber, Rad.
Rhei gallici vorzugsweise von dem Rheum compactum herstammen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band. 1833)
Rheum palmatum
"Das Rheum palmatum ist diejenige Art der Gattung, von welcher man seit langer Zeit glaubte,
dass von ihr vorzüglich die echte Rhabarber herstamme, ...
Die Anwendung der Rhabarber in der Medicin, die man in jeder Materia mcdica findet, glaube ich hier wohl um so eher übergehen
zu können."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band. 1833)
Rheum rhaponticum
"Prosper Alpin und Andre sind der Meinung, dass diese Art das oder des Dioscorides
und der Alten sey ... Sie wurde
früher Rhaponticum genannt, und zwar Rha nach dem frühen Namen der Wolga, an deren Ufern
sie vorkommt, wenn nicht ihr dieser Fluss seinen ersten oder frühem Namen zu verdanken hat,
da es wohl sein kann, dass dort ihr ursprüngliches Vaterland ist. Rha ponticum heißt also Rha
von den Ufern des Pontus. Später bekam man diese Wurzel von einem andern Orte aus Scythien,
die den Namen Rha barbarum erhielt, weil nämlich die Römer alle von ihnen noch nicht
unterjochten Völker Barbaren nannten, und so ist denn neben Rhaponticum auch der Name Rhabarbarum
entstanden.
Das Rheum Rhaponticum ist also anfangs für die echte Rhabarber gehalten worden, wurde
aber in Europa dennoch erst nach 1610 allgemein durch Prosper Alpin bekannt, der es aus
Thracien kommen ließ. Jetzt wird die Wurzel dieser Art, die unter dem Namen Rhapontik-
Wurzel oder pontische Rhabarber, Rad. Rhapontici, bekannt geworden ist, nur noch von
Rossärzten gebraucht, und in technischer Hinsicht als Färbemittel angewendet.
Die Blätter und Blattstiele des Rheum Rhaponticum welche Sauerkleesäure enthalten, sind ein
Gegenstand der Küche, indem man sie auf gleiche Weise wie den Spinat zubereitet. Auch hat
man in London auf ähnliche Weise das Rheum australe benutzt, ..."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band. 1833)
Rheum undulatum
"Das Rheum undulatum ist seit langer Zeit zugleich mit dem Rheum Rhaponticum theils zum
Anbau, theils als Zierpflanze cultivirt worden; und mehrere, die sich mit der Kultur beider beschäftigten,
sind der Meinung, dass beide sich kaum unterscheiden lassen, was denn wohl nur der
Kultur zugeschrieben werden muss; ...
Linne war anfangs der Meinung, dass von dem Rheum undulatum die russische oder moskowitische
Rhabarber komme, und nannte es daher auch Rheum Rhabarbarum, jedoch änderte er,
als das Rheum palmatum entdeckt wurde, seine Meinung und mit dieser auch den nun nicht mehr
passenden Namen. In Sibirien soll von dem Rheum undulatum die Rhabarber, die sonst unter
dem Namen der sibirischen, Rad. Rhei sibirici vorkam, und von viel geringerer Wirkung seyn soll
als die moskowitische, genommen werden. Sehr wahrscheinlich ist es auch das Rheum undulatum,
welches die französische Rhabarber, Rad. Rhei gallici, liefert, oder doch zu derselben seinen
Beytrag giebt. Nach Guibourt nämlich, soll sich unweit
Lorient im Bezirke von Morbihan eine bedeutende Niederlassung gebildet haben, die sich
mit dem Anbau dieser Rhabarberart beschäftigt, und woher denn auch der Ort, wo sie sich befindet,
den Namen Rheumpolis erhalten hat. ..."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band. 1833)