"[III.2. - Rhapontik] - Rheum rhaponticum (Polygonaceae) - Rhabarbarum, Pontische Rhabarber
Die Rha, Einige nennen sie Rheon [Andere Rhian, die Römer Rhaponticum], wächst in den Gegenden jenseits des Bosporus, woher sie auch gebracht wird. Die Wurzel ist außen schwarz, dem großen Kentaurion ähnlich, allerdings kleiner und innen röter, geruchlos, locker und etwas leicht. Für die beste gilt die, welche frei von Wurmfraß ist, einen klebrigen und zugleich schwach adstringierenden Geschmack und beim Kauen etwas blasse und gelbliche Farbe hat. Genossen wirkt sie gegen Aufblähen des Magens, gegen Schlaffheit, jeglichen Schmerz, Krämpfe, Milz-, Leber- und Nierenkrankheiten, Leibschneiden, Brust- und Blasenbeschwerden, Spannung des Unterleibes und Gebärmutterleiden, gegen lschias, Blutspeien, Asthma, Schlucken, Dysenterie, Magenleiden, periodische Fieber und Bisse giftiger Tiere. Man gibt sie ähnlich wie Lärchenschwamm gegen die einzelnen Leiden unter Anwendung desselben Gewichtes und derselben Flüssigkeiten, mit Honigwein den Fieberfreien, mit Honigmeth den Fiebernden, den Phthisikern mit süßem Wein, den Milzkranken mit Sauerhonig. Mit Essig aufgestrichen entfernt sie blutunterlaufene Stellen und Flechten, mit Wasser umgeschlagen verteilt sie alle alten Geschwülste. Obenan steht ihre adstringierende, mit gelinder Wärme verbundene Wirkung."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)