"Der Rettig [Raphanus sativus L.] scheint auch schon sehr lange cultivirt zu werden, und frühe schon sehr weit verbreitet worden zu seyn. Die in Arkadien wachsenden hält Plinius für die vorzüglichsten , sehr wohlschmeckend auch die ägyptischen, auch in Teutschland versichert er komme diese die Kälte liebende Pflanze so gut fort, dass man da Rettige finde, die so groß als ein Kind seyen.
Der Grieche Moschion schrieb ein ganzes Buch über die Kraft des Rettigs , und wie hoch man diese Speise in dem Tempel des Apollo zu Delphos hielt erzählt gleichfalls Plinius.
Es gibt viele Varietäten des Rettigs , die durch Farbe, Größe, Geschmack u. s. w. sich unterscheiden. Eines langen Rettigs gedenkt ausdrücklich der Verfasser des zweiten Buches von den Weiberkrankheiten.
Die Wurzel, sagt der hippokratische Schriftsteller macht Blähungen, Aufstoßen und ist schwer verdaulich, durch ihre Schärfe zertheilt sie den Schleim und löst ihn auf; weniger wirksam aber sind die Blätter, ausgenommen bei gichtischen Krankheiten . Gegen die Lungenschwindsucht wird der Rettig an einem andern Orte empfohlen , ferner gegen das Ausfallen der Haare äußerlich angewendet."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)