"Der auch an mehreren Orten Teutschlands wild wachsende Quittenbaum [Pyrus Cydonia L.] hat seinen griechischen und römischen Nahmen von Kydon , einer Stadt in Creta, von wo aus er anderwärts und auch nach Italien verpflanzt worden seyn soll. Auch von den Quitten gibt es viele Varietäten , deren einige schon den Alten bekannt waren. Des Wohlgeruchs wegen legten die Römer in ihre Audienzzimmer Quittenfrüchte.
Die Hippokratiker sehen mit Recht die Quitten für eine zusammenziehende, den Unterleib durchaus nicht eröffnende Frucht an , sie empfehlen gegen die Diarrhoe hei hitzigen Fiebern einen aus frisch gestoßenen Quitten mit Wasser bereiteten Trank . Unter dem Nahmen Struthion verstanden die Griechen theils das Seifenkraut, oder vielleicht auch eine andere Pflanze, aber auch eine besondere Varietät der Quittenfrüchte. Die angezeigte Benennung kommt in einem hippokratischen Buche vor , wo der Same des Struthion zur Erweichung des verhärteten Muttermundes angerathen wird. Ob nun hier die Quittenkerne oder der Same einer andern Pflanze verstanden werden müsse, wage ich nicht zu unterscheiden. Uebrigens schreibt man gewöhnlich den Arabern die Einführung der Quittenkerne in die Arzneikunst zu."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)