"Gemeine Quitte, Quittenbaum, Küttenbaum, Apfelquitte, Birnquitte, portugiesische Quitte.
Wächst in einigen Gegenden Deutschlands, z.B. Schlesien, Bayern, Österreich, vorzüglich an den steinigen Ufern der Donau.
Blühet im May und Junius.
Die Früchte, welche Cydonia oder Cotonea genannt werden, besitzen einen eigenthümlichen, angenehmen Geruch, enthalten in dem festen Fleische einen süßlich-säuerlichen, zusammenziehenden Saft, und werden daher als ein gelinde adstringirendes und antiseptisches Mittel betrachtet.
Der ausgepreßte Saft wurde sonst an einer Eisentinktur, Tinctura martis cydoniata, gebraucht. Auch bereitete man aus ihm mit Zucker einen Zuckersaft, den man Miva Cydoniorum nannte. Die weich gekochten Quitten durch ein Sieb gerieben, mit der Hälfte ihres Gewichts gestoßenen Zuckers vermischt und bis zu einem Teige abgeraucht, geben das sogenannte Quittenbrod, Panis Cydoniorum. Ferner hatte man auch ein Conditium Cydoniorum.
Die Samen, Semina Cydoniorum, enthalten in der äußern Haut sehr viel Schleim, der, ohne daß man sie zerkleint, durch kaltes Wasser ausgezogen werden kann. Ein Quentchen mit sechs Unzen Wasser geschüttelt giebt den Quittenschleim, Mucitago Cydeniorum, der die Dicke des Eyweißes hat. Man bedient sich seiner bey aufgesprungenen Warzen der Säugenden, und verdünnt als Augenwasser."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Vierter Band. 1816.)