"[I.160. - Quittenäpfel] - Pirus cydonia (Rosaceae) - Quittenbaum
Die Quittenäpfel sind dem Magen wohlbekömmlich, harntreibend, gebraten werden sie milder, denen dienlich, die an Magen, Dysenterie,
Blutspeien und Cholera leiden, vorzüglich aber roh. Auch der Aufguss
davon ist denen als Trank zu empfehlen, die Magen- und Bauchfluss
haben. Der Saft der rohen eingenommen hilft denen, die an Orthopnoe
leiden, die Abkochung als Injeetion bei Mastdarm- und Gebärmuttervorfall. Die mit Honig eingemachten sind gleichfalls harntreibend. Der
Honig aber nimmt dieselbe Wirkung in sich auf, denn er wird stopfend
uiid adstritigirend. Die mit dem Honig gekochten sind gut für den
Magen und wohlschmeckend, aber weniger stopfend. Die rohen werden
zu Kataplasmen gemischt zum Stopfen des Durchfalls, gegen krampfhafte
Bewegung und Hitze des Magens, bei schwürenden Brüsten, bei Leberverhärtung und Condylomen. Es wird auch aus ihnen, nachdem sie zerstossen und ausgepresst sind, Wein gemacht, wobei der Haltbarkeit wegen
zu 16 Xestes Saft 1 Xestes Honig gegeben wird, weil er sonst sauer
wird. Er ist ein gutes Mittel in allen bereits angeführten Fällen. Auch
ein Salböl, das sogen. Melinon wird aus ihnen bereitet, man gebraucht
dasselbe, falls man etwa eines adstringirenden Oeles bedarf. Man muss
aber die richtigen aussuchen, diese sind klein, rund und ganz wohlriechend; dagegen sind die sogen. Sperlingsquitten und die grossen weniger
tauglich. Die Blüthen, sowohl trocken als frisch, eignen sich zu Kataplasmen, da sie von Nutzen sind zum Adstringiren und bei Augenentzündungen. Gegen Blutsturz, Bauchfluss und übermässige Menstruation
sind sie mit Wein getrunken ein gutes Mittel."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[I.55. - Die Bereitung des Quittenöls] - Cydonia vulgaris (Rosaceae) - Quittenbaum
Das Quittenöl wird auf diese Weise hergestellt: 6 Xestes Öl mische mit 10 Xestes Wasser, gib hinzu 3 Unzen zerstoßene Spatha und 1 Unze Bartgras, lass es einen Tag stehen und koche es darin. Nachdem du dann das Öl abcolirt hast, gib es in ein weithalsiges Gefäß; dann lege ein Geflecht aus Rohr oder eine weitmaschige Binsenmatte darüber und breite über diese Quittenäpfel aus, bedecke sie mit Decken und lass eine genügende Anzahl Tage stehen, bis das Öl die Kraft von den Quitten angezogen hat. Einige schlagen die Quitten zehn Tage lang in Decken ein, damit der Wohlgeruch sich verdichte und sich nicht verflüchtige, danach maceriren sie dieselben mit dem Öl zwei Tage und Nächte, pressen es dann aus und setzen es weg. Es hat adstringirend, kühlende Kraft, wirkt gegen krätzige Geschwüre, Kleingrind, Frostbeulen, kriechende Geschwüre und als Injektion gegen Verwundungen in der Gebärmutter, stellt als Injektion das zu häufige Harnen und hält den Schweiß zurück. Es wird getrunken gegen Kanthariden, Buprestis und die giftigen Fichtenraupen. Ein Beweis für seine Güte ist der Geruch nach Quittenäpfeln."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[V.29. - Apfelhonig]
Der Apfelhonig, auch Quittenhonig genannt, wird so bereitet, dass Quittenäpfel, welche von den Samen befreit sind, in möglichst viel Honig gelegt werden, so dass sie wie eingeklemmt sind. Nach einem Jahre wird er mild und gleicht dem Honigwein. Er eignet sich zur Anwendung für dieselben Fälle, wie das vorher genannte Präparat."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[V.30. - Wassermeth]
Der Wassermeth wird bereitet durch Mischen von 1 Metretes Quittenhonig mit 2 Metretes abgekochten Wassers, die Mischung wird während der Hundstage in die Sonne gestellt. Er hat dieselbe Kraft wie jener."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)