"[III.40. - Quendel] - Thymus serpyllum (Labiatae) - Quendel, Thymus glabratus (Labiatae) - Glatter Thymian
Der Herpyllos, [Einige nennen ihn wilde Zygis, Andere Polion, die Aegypter Meruopios, die Römer Serpyllum, auch Cerelaticum], eine Art ist der im Garten gebaute, welcher einen Majorangeruch hat und zu Kränzen gebraucht wird. Er hat seinen Namen daher, dass er kriecht und, wo ein Theil von ihm die Erde berührt, Wurzeln schlägt. Er hat Blätter und Zweige wie der Dosten, nur weisser, wenn er aber von den Mauern herabhängt, wächst er üppiger. Eine andere Art ist der wilde, welcher auch Zygis genannt wird; er ist nicht kriechend, sondern aufrecht und entwickelt zarte, reisartige Zweige, welche mit der Raute ähnlichen Blättern ringsum besetzt sind, sie sind aber schmaler, länger und spröder. Die Binthen haben einen scharfen Geschmack und angenehmen Geruch. Die Wurzeln ist unbrauchbar. Er wächst an Felsen und erweist sich kräftiger und erwärmender als der gebaute, auch für den Arzneigebauch geeigneter; denn getrunken befördert er die Katamenien und treibt den Harn, hilft bei Leibschneiden, inneren Rupturen, Krämpfen und Leberanschwellungen, auch bei Schlangenbissen, innerlich genommen und als Umschlag. Mit Essig gekocht lindert er unter Zusatz von Rosensalbe als Compresse Kopfschmerzen. Besonders ist er ein gutes Mittel gehen Lethargie und Hirnwuth. Endlich, in der Gabe von 3 Drachmen getrunken, stillt er Blutbrechen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)