"Triticum (Triticum repens). Der Weizen ist warm, eine volle Frucht, ohne Fehl. Das aus der ganzen Frucht bereitete Mehl. eignet sich am besten zum Brot für Kranke, weniger zuträglich 1st das aus dem Marke "Donst oder griesz", also aus dem feinsten Mehl gebackene Brot. Jenes schafft dem Menschen reichliches Fleisch und rechtes Blut, dieses mehr "slim", minderwerthige Säfte. Das letztere ist gleichfalls der Fall beim Genuss der ungemahlenen Körner. Wer aber wegen Mangill an Gehirn an Verrücktheit leidet, dem soll man die ganzen, in Wasser gekochten Weizenkörner als warmen Umschlag um den Kopf legen, wodurch das GehIrn vermehrt und gekräftigt wird. Beim Hundsbiss soll zunächst eine Paste aus Weizenmehl und Eiweiss auf die Wunde gelegt werden, damit sie das Gift ausziehe, dann eine solche aus Schafgarbe und Eiweiss, später mögen dann die gewöhnlichen Salben angewendet werden.”

(Hildegard von Bingen: Physica (Liber simplicis medicinae), 1150 - 1160)