"[III.85. - Sagapenon] - Ferula scuntziana [persica] (Umbelliferae) - Persisches Steckenkraut
Das Sagapen ist der Saft einer steckenkrautähnlichen, in Medien wachsenden Pflanze. Den Vorzug verdient das durchscheinende, welches außen gelb, innen aber weiß ist, den Geruch hält zwischen Silphion und Galbanum und scharfen Geschmack hat. Es wirkt gegen Brust- und Seitenschmerzen, gegen innere Rupturen, Krämpfe und chronischen Husten, es reinigt auch die Lunge von dickem Schleim. Es wird ferner denen im Tranke gegeben, die an Epilepsie, an Opisthotonie, an der Milz, an Paralyse, Erkältungen und periodischen Fiebern leiden. Auch in Salben wird es mit Nutzen angewandt. Es befördert die Menstruation und tötet den Fötus, Wenn es mit Honigmeth getrunken wird. Mit Wein genommen hilft es den von giftigen Tieren Gebissenen. Mit Essig als Riechmittel richtet es die von Mutterkrämpfen Gepeinigten auf. Es entfernt Narben im Auge, Verdunkelungen auf der Pupille und Unterlaufungen. Es wird wie der Saft mit Raute und bitteren Mandeln oder Honig oder warmem Brode gemischt."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)