"Exostemma angustifolium (Solenandra angustifolia)
Die Rinde von Exostemma angustifolium ist zwar in den pharmacologischen Werken unter
dem Nahmen Cortex Chinae angustifoliae mit aufgeführt worden, aber sie ist nie in den Handel
gekommen, und es hat sie Niemand weiter kennen gelernt, als Swartz, der sie entdeckte. ...
Einige Versuche, welche Swartz anstellte, ließen ihn schließen, dass diese Rinde in Hinsicht
ihrer Heilkräfte der braunen Fieberrinde ähnlich sey."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855)
"Exostemma brachycarpum (Solenandra brachycarpa)
Das Exostemma brachycarpum giebt die Rinde, welche unter dem Nahmen Cortex Chinae
brachycarpae bekannt geworden ist, und früher in England viel Aufsehen machte.
Sie kommt in ungefähr spannenlangen, zusammengerollten, braunen Stücken vor, ist im Bruche
etwas faserig, von Geschmack widerlich bitter, und zwar so bedeutend, dass sie alle übrige
Chinarinden in dieser Hinsicht übertrifft. Sie liefert ein sehr braunes Decoct, welches durch die
Auflösung des Eisenvitriols sogleich schwarz gefärbt wird. Sie scheint frey von Gärbestoff zu
seyn, da ihre Abkochung von der Leimauflösung nicht zersetzt werden soll."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855)
"Exostemma caribaeum
Von dem Exostemma caribaeum kommt die Rinde her, welche unter dem Nahmen Caraibische
Rinde, Cortex caribaeus , oder Caraibische Chinarinde, Cortex Chinae caribaeae, als Arzneymittel
bekannt geworden ist. Es kommen aber im Handel sehr verschiedene Rinden vor, wie auch schon Hagen
bemerkt, indem derselbe drey verschiedene Rinden beschreibt. ...."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855)
"Exostemma floribundum
Die Rinde von dem Exostemma floribundum ist unter mehreren Nahmen, als: Cortex Chinae
St. Luciae oder China St. Luciae , China martinicensis, China jamaicensis, China montana,
China Piton, Chinchina Piton, Quinquina Piton bekannt geworden, und zwar sind alle diese
Nahmen, theils vom Vaterland, theils vom Standorte hergekommen. In Frankreich, wo diese Rinde
zuerst bekannt wurde, ist die letztere Benennung üblich. Man hat bei den beiden letzten Benennungen
das fremde Wort Piton, worunter man den Gipfel der Berge versteht, zur Bezeichnung
dieser Rinde aufgenommen.
Anderson entdeckte das Exostemma ßoribundum im Jahre 1780 auf St. Lucia, und bald
nachher wurden dort in dem Generalhospitale Versuche damit gemacht. De Badier brachte
schon im Jahre 1777 eine kleine Quantität der Rinde von Martinique nach Frankreich; und der
Gouverneur dieser Insel, de Tacher, schickte darauf eine größere Sendung nach. Nach einiger
Zeit kam sie auch nach England, und auch, wie wohl sparsamer, nach Schottland. In Deutschland
ist sie nicht viel in Gebrauch gekommen, so wie denn auch überhaupt in Europa nur wenige
Krankheitsgeschichten bekannt geworden sind, die für ihre Wirksamkeit zeugen. Mehr
scheint sie auf den americanischen Inseln selbst in Gebrauch gekommen zu seyn.
Nach Badier und Hagen kommt diese Rinde
in zusammengerollten Stücken von der Dicke eines Gänsekiels und von der Länge eines Zolles
vor, fällt nicht so in das Rothe, wie die braune Fieberrinde, sondern zeigt, wenn sie von der
Oberhaut entblößt ist, eine graue oder graulichbraune Farbe, ist im Bruche kurzfaserig, besitzt
einen etwas gewürzhaften Geruch, und schmeckt anfangs angenehm und gewürzhaft, nachher aber
ekelhaft bitter."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855)