"Sumpf- Porst, Forsch, Porst, Post, Kienpost, Tannenpost, Kiriepost, Kienrost, Postkraut,
Schabenkraut, Mottenkraut, Warzenkraut, Wanzenkraut, Heidebienenkraut,
Gränze, Saugränze, Sautanne, Gichttanne, wilder Rosmarin, weiße Heide.
Wächst in mehreren Gegenden Deutschlands, so wie auch in andern nördlichen Ländern
Europens, auf Brüchen, Sümpfen, Mooren und in Nadelwäldern.
Blühet im May und Junius.
In den Apotheken sammelt man die Blätter unter dem Nahmen Herba Rosmarini sylvestris
f. Ledi palustris.
Im Frühjahre hat das Gewächs einen nicht unangenehmen Geruch, später hin aber wird er
betäubend und widrig. Der Geschmack der Blätter ist bitterlich und etwas zusammenziehend.
In Deutschland sind sie als Arzneymittel nicht viel in Gebrauch gekommen, mehr aber in
Schweden, wo sie von Linne und Westring, so wie
auch von andern schwedischen Ärzten, im Keuchhusten, wider die Krätze, den Kopfgrind und
den Aussatz in einer mehr oder minder starken Infusion mit Wasser, Milch oder Molken als ein
sehr nützliches Mittel empfohlen worden sind. Auch hat man die Abkochung äußerlich bey den
genannten Hautkrankheiten, so wie auch die Infusion in der Bräune mit Nutzen gebraucht.
Noch ehe dieses Gewächs bey uns als Arzneymittel bekannt wurde , hat man sich seiner
schon beym Bierbrauen bedient. Es theilt seine betäubende Eigenschaft dem Biere mit, wodurch
dasselbe leicht berauscht, aber zugleich auch der Gesundheit nachtheilig wird. Ein solcher Missbrauch
ist sehr strafbar und verdient daher die größte Aufmerksamkeit der Polizey."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)