"[II.178. - Lauch] - Allium porrum (Liliaceae) - Porree, Gemeiner Lauch
Der Gartenlauch - Einige nennen ihn Kephaloton [die Römer Porrum] macht Winde und schlechteSäfte, verursacht böse Träume, treibt den Harn, ist gut für den Bauch, verdünnt, erzeugt Stumpfsichtigkeit, befördert die Katamenien, ist schädlich für eine mit Geschwüren behaftete Blase und für die Nieren. Mit Ptisane gekocht, auch auf andere Weise genossen, reinigt er die Brust. Die Dolde (der Blütenstand) desselben in Meerwasser mit Essig gekocht ist zum Sitzbade dienlich bei verschlossener und verhärteter Gebärmutter. Er wird aber süßer und verursacht weniger Winde, wenn er zweimal mit Wasser gekocht und in kaltem Wasser macerirt wird. Die Winterzwiebel ist schärfer, hat auch etwas Adstringirendes. Deshalb stillt ihr Saft mit Essig unter Zusatz von Manna oder Weihrauch das Blut, besonders das aus der Nase kommende, er reizt auch zum Liebesgenuss. Ferner hat er mit Honig als Leckmittel bei allen Brustaffectionen und bei Schwindsucht gute Wirkung. Weiter reinigt er die Luftröhre. Andauernd genossen wirkt er aber verdunkelnd auf das Gesicht und ist dem Magen schädlich. Der Saft mit Honig getrunken hilft gegen den Biss giftiger Tiere; dasselbe leistet er (der Lauch) auch als Kataplasma. Bei Ohrenschmerzen und Ohrensausen hilft der Saft, wenn er mit Essig und Weihrauch oder Milch oder Rosenöl eingeträufelt wird. Aber auch die Blätter, mit dem Sumach, welcher auf die Speisen gestreut wird, als Kataplasma angewandt, entfernen Finnen und heilen Epinyktiden, mit Salz aufgelegt reißen sie den Schorf von den Geschwüren ab. 2 Drachmen des Samens endlich mit gleichviel Myrtenbeeren genossen bringen andauerndes Blutauswerfen zum Stillstand."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)