"Pomeranzenschale: Die Droge besteht aus der abgeschälten, getrockneten Fruchtwand reifer Früchte von Citrus aurantium ssp. aurantium (syn. C. aurantium ssp. amara). Die Früchte der Bitterorange sind klein und dunkelorange und besitzen eine grubige, dicke Schale. Zur Drogengewinnung wird die schwammige, weiße Albedoschicht weitgehend entfernt, obwohl sie reich an Bitterstoffen ist. Dafür enthält die äußere Flavedoschicht mehr ätherisches Öl.
Pomeranzenschale hat einen aromatischen Geruch und einen würzigen, bitteren Geschmack. Das ätherische Öl (1- über 2,5%) besteht zu ca. 90% aus Lomonen. Die Geruchsnote bestimmen aliphatische Aldehyde und Methylanthranilat. Der bittere Geschmack beruht vor allem auf dem Vorkommen von Naringin und Neohesperidin. Die Albedoschicht enthält bitter schmeckende Limonoide.
Bitterorangen wird zu Tinkturen und Extrakten verarbeitet, die meist Bestandteil von Kombinationspräparaten sind. Weiters findet sie VErwendung in Teemischungen und Sirupen. Die besonders in England beliebte Orangenmarmelade wird ebenfalls aus Schalen der Pomeranze hergestellt.
Wegen ihrer angenehmen sinnesphysiologischen Eigenschaften steigern Zubereitungen aus Pomeranzenschale reflektorisch die Magensaftsekretion (möglicherweise auch die Gallensaftsekretion). Die Droge findet Anwendung bei dyspeptischen Beschwerden, hauptsächlich aber als Geschmackskorrigens."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)