"Citrus aurantium
"Von Citrus Aurantium a. dulce sind in der Arzneykunde alle Theile aufgenommen worden , — so wie wir auch von einer Subvarietät oder Spielart, C. Aurantium dulce sinense, die bekannte Apfelsine erhalten. Man sammelt davon die Blätter, Folia Aurantiorum, deren Blattstiele bey dieser Varietät größtentheils geflügelt sind; jedoch giebt es auch Spielarten, deren Blattstiele eben so wenig wie bey Citrus medica geflügelt Vorkommen, in welchem Falle man denn nach dem Geruch und Geschmack unterscheiden muß. ... Die Blumen, Flores Aurantiorum s. Raphae, deren Kronenblätter durchaus weiß sind, nicht aber außerhalb purpurroth wie die von Citrus medica, werden theils frisch, theils eingesalzen zur Destillation des Orangenwassers, Aqua florum Aurantiorum s. Raphae, verwendet, so wie auf ähnliche Weise in Italien und der Provence das Neroliöhl, Oleum Neroli s. florum Aurantiorum, bereitet wird, ...
Die unreifen Pomeranzen, Poma aurantiorum immatura, kommen in der Größe von einer Erbse bis zu einer Kirsche vor. ... Von den getrockneten Pomeranzenschalen, Cortices Aurantiorum, wird zum Gebrauch gewöhnlich der weiße, fleischige Theil weggenommen , und so bleibt dann das Gelbe der Pomeranzenschalen, Flavedo corticum Aurantiorum, übrig; oder man bedient sich der weniger fleischigen curassaoschen Pomeranzenschalen, Cortices Aurantiorum curassaviensium. — Von Citrus Aurantium v. bergamium giebt die Schale der Frucht das Bergamottöhl, Oleum Bergamottae , welches auf ähnliche Weise wie das Cedroöhl gewonnen wird."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)