"Non patitur cunctas angustia carminis huius
Pulei virtutes celeri comprendere versu.
Hoc apud Indorum tanti constare peritos
Fertur, apud Gallos quantum valet Indica nigri
Congeries piperis. Quis iam dubitare sinetur
Hac herba plures leniri posse labores,
Quam pretiis inhianter emit ditissima tantis
Gens ebenoque auroque fluens et mira volenti
Quaeque fercus mundo. O magni laudanda Tonantis
Virtus et ratio , nullis quae munera terris
Larga suae non pandit opis: quae rara sub isto
Axe videre soles , aliis in partibus horum
Copia tanta iacet, quantam vilissima rerum
Efficiunt, rursus quaedam quae spreta videntur
Forte tibi, magno mercantur ditia regna,
Altera ut alterius potiatur faenore tellus,
Orbis et in toto per partes una domus sit.
Puleium quoque dccoctum curabit amice
Et potu ct fotu stomachum, mihi crede, morantem.
Dum canimus quae certa gravi ratione tenemus,
Quaedam audita etiam vero miscere cothurno
Fas ususque sinit: ramum coniungito Pulei
Auriculae, ne forte caput turbaverit aestus
SoIis, in acrio si te perflarit aperto.
Quod nisi me currens deponere vela Thalia
Cogeret ae tandem portus intrare moneret,
Hinc tibi multiplices poteram decerpere flores."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)

"Nicht erlaubt des Gedichtes Kürze, die Tugenden alle
Dieser Minze Polei in eilendem Vers zu erfassen.
Soviel soll bei den kundigen Ärzten der Inder sie gelten,
Wie bei den Galliern wert ist ein ganzer Vorrat des schwarzen
Indischen Pfeffers. Vermöchte da einer noch länger zu zweifeln,
Daß gar manche Beschwerden gelindert werden durch dieses
Kraut, wenn zu höchstem Preis es begierig erwirbt jenes reichste
Volk, das in Ebenholz schwelgt und in Gold, und welches dem Erdkreis
Köstliches liefert, was er nur will. O wie hoch sind zu preisen
Güte und Weisheit des mächtigen Donn'rers, die keinem der Länder
Herrliche Gaben des Reichtums versagen; denn was unter diesem
Himmel nur selten du siehst, - in anderer Gegend ist dessen
Solche Fülle vorhanden wie hier von gewöhnlichsten Dingen.
Andererseits, was dir wertlos erscheint und verächtlich, das kaufen
Mächtige Reiche vielleicht bei dir u beträchtlichen Preisen,
So daß Anteil gewinne ein Land am Ertrage des andern
Und durch die Länder der Erde ein einziger Haushalt bestehe.
Glaube mir, Freund, die Minze Polei, gekocht, wird dir heilen,
Sei es als Trank oder Umschlag, den stockenden Gang der Verdauung.
Künden wir hier, was mit ernster Methode wir sicher erkannten,
Mögen nach Recht und Brauch wir einiges, was wir nur hörten,
Fügen in unser Gedicht: Puleiumzweig mit Aurikel
Winde zum Kranze, daß Sonnenhitze nicht Kopfweg bewirke,
Wenn sie in freier Luft zur Sommerszeit dich durchströmet.
Wenn nicht, enteilend, Thalia mich zwänge, die Segel zu streichen,
Und mich die Muse mich mahnte, doch endlich den Hafen zu suchen,
Könnte ich, weitererzählend, dir mancherlei Blumen noch pflücken."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)