"Poleiminze: Darunter versteht man die getrockneten oberirdischen Teile von Mentha pulegium. Das durch Wasserdampfdestillation erhältliche Poleiöl wirkt auf Haut und Schleimhäute irritierend. In der Folge kommt es zu Hyperämie des kleinen Beckens. Bei der Ausscheidung werden Harnwege und Genitalsystem gereizt, daher dürften "diuretische" und aphrodisische Wirkungen auftreten. Poleiöl gilt als ziemlich giftig. Todesfälle sind nach missbräuchlicher Verwendung als Abortivum beschrieben. Zunächst kommt es zu Krämpfen, später zu Lähmungserscheinungen. Poleiöl wird - ählich wie Pfefferminzöl - zum Aromatisieren von Mundpflegemitteln verwendet.
Die Droge, das Poleiminzkraut, wirkt emmenagog und karminativ. Anwendungsgebiet sind prämenstruelle Beschwerden, auf Grund von Erkältung oder besonderer Belastung verspätete Menstruation und dyspeptische Beschwerden. Die Droge darf nicht während einer Schwangerschaft verwendet werden."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)