"[III.33. - Polei] - Mentha pulegium (Labiatae) - Polei-Minze, Gemeiner Polei
Das Glechon [Einige nennen es Blechron, Andere Arsenikanthos, die Römer Poleïum, die Afrikaner Apoleïum, die Gallier Albolon, auch Gallisopsis]ist eine bekannte Pflanze, welche verdünnt, erwärmt und der Verdauung hilft. Getrunken befördert es die Menstruation, treibt die Nachgeburt und die Leibesfrucht aus. Mit Aloë und Honig getrunken reinigt es die Lunge und hilft bei Krämpfen. Mit Essigwasser getrunken stillt es Übelkeit und Magenschmerzen und führt die schwarzen Säfte durch den Bauch ab. Ferner hilft es mit Wein getrunken denen, die von giftigen Tieren gebissen sind; die Ohnmächtigen richtet es auf, wenn es ihnen mit Essig unter die Nase gebracht wird. Trocken fein gerieben und gebrannt macht es das Zahnfleisch fest. Mit Gerstenschrot als Umschlag besänftigt es jede Entzündung, für sich allein hilft es bei Podagra, aufgelegt bis zum Rothwerden der Haut. Mit Wachssalbe bringt es Finnen weg. Mit Salz umgeschlagen ist es Milzkranken heilsam. Die Abkochung davon zum Bade verwandt lindert Juckreiz und als Sitzbad ist sie ein gutes Mittel bei Aufblähung, Verhärtung und Umwendung der Gebärmutter. Einige nennen die Pflanze Blechon, weil, wenn es um die Zeit der Blüte von den Ziegen gefressen wird, bei diesen ein Blöken anhebt.[Das grüne und zerriebene, mit Essig aufgelegte Kraut erhitzt und rötet (die Haut), reinigt schmutzige Geschwüre oder bringt sie wenigstens zur Reife. Dasselbe vertreibt Sugillationen unter den Augen, weil das Blut abgezogen wird. Gegen Erschlaffung und Ohnmacht wird es als Riechmittel angewandt, zerstoßen und eingerieben entfernt es Sonnenbrandflecken. Mit Wein, Honig und Salz zerrieben lindert es Zahnschmerzen, oder mit Wein und Honig allein, oder mit Wein und gleichviel Salz in einem irdenen Topfe erwärmt. Ferner wird es gegen den Meerhasen und andere schädliche Tiere genommen. getrunken und aufgestrichen heilt es die Krätze. Die Asche des getrockneten Krautes wird nach dem Bade gegen Kälteschmerz der Glieder aufgestreut; man muß diese aber mit Binden eng umwickeln, so daß sie (die Asche) dicht auf der Haut liegt, weil sie nicht allein die Schmerzen lindert, sondern auch den kalten Teil erwärmt.]"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[V.62. - Minzen-, Polei- und Beifusswein]
Der Minzen-, Polei- und Beifusswein wird auf gleiche Weise wie der aus Thymian bereitet. Sie haben gute Wirkung bei Magenleiden und Appetitlosigkeit und gegen Gelbsucht; sie sind nämlich harntreibend."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)