"Poleya (Mentha Pulegium). Der Polei hat eine angenehme Wärme und ist dabei feucht (A. A.); er hat etwas von der Kraft folgender fünfzehn Kräuter: Zittwer, Gewürznelken, Galanga, Ingwer, Basilienkraut (Basilea ist wohl nichts anderes als Ocimum busilicum und nicht zu verwechseln mit Basilisca), Consolida (Symphytum officinale), Lungwurz, Aristolochia, Schafgarbe, Abrotanum, Polypodium, Agrimonia, Stur (Blitum), Storchschnabel, Bachminze; alle diese Kräuter sind Fiebermittel. - Gegen Gehirnleiden wird Polei innerlich mit Wein, äusserlich als Umschlag empfohlen. Der Saft ist ein vorzügliches Augenmittel; gegen Schwachsichtigkeit bei jungen Leuten und bei Greisen wird ein Collyrium empfohlen aus Hühnergalle mit Poleisaft und etwas Wein. Poleipulver in Essig und Honig ist ein gutes Reinigungsmittel für den Magen. Bei Magenerkältung gebe man Poleiblätter mit Salz den Speisen, besonders den Fleischgerichten zu."
(Hildegard von Bingen: Physica (Liber simplicis medicinae), 1150 - 1160)

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