"Gemeine Paeonie, Bijone, Gichtrose, Pfingstrose, Putthühnchen Pulthahnchen.
Wächst in der Schweiz, Kärnthen, Bayern und Schlesien in Laubwäldern.
Blühet im Junius.
Von der Paeonia officinalis sind in den Arzneyschatz die geschälte Wurzel, Blumen und
Samen, Radix, Flores et Semen Paeoniae aufgenommen worden. Auch bereitete man aus der
Wurzel die Foeculae Paeoniae.
Die Wurzel ist im frischen Zustande von widrigem, fast betäubendem Geruch und von ekelhaftem,
bitterem Geschmack. Die Samen sind bloß schleimig. Beyde standen bey den Alten in
grossem Ansehen. Sie hielten sie bey der Gicht und Epilepsie für Hauptmittel. Jetzt sind sie wenig
mehr gebräuchlich; und wenn auch die Wurzel hin und wieder von Ärzten noch verschrieben
wird, so ist dies doch nicht mehr der Fall mit den Samen, die höchstens noch aus Vorurtheile
von dem Landmanne, auf Fäden gezogen, den Kindern, um ihnen das Zahnen zu erleichtern,
als Halsband umgehängt werden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Fünfter Band. 1855.)