"Ueber den Paeon ist die Mythologie nichts weniger
als einig ; denn Einige halten ihn für eine besondere
Person, Andere für identisch mit Apoll, noch Andere für
gleichbedeutend mit dem Aesculap.
Paeon ist, wie Plinius sagt, der Erfinder der Gichtrose,
die nach ihm Paeonia heisst, der Paeonia officinalis
und P.corallina; ihre Wurzeln hiessen auch die idaischen
Daktylon, zu Ehren der Kurelen oder Korybanten, abstammend
von Korybas, Sohn des Jason und der Cybele,
welche letztere insbesondere bei Kinderkrankheiten angerufen
zu werden pflegte. Die Gichtrosen-Wurzeln gehören
somit zu den ältesten Medicamenten und standen zumal
als Mittel hei manchen Weiber- und Kinderkrankheiten
in dem höchsten Ansehen. Doch scheint sie mehr als
Amulet, denn innerlich gegeben worden zu seyn , eine
Sache, die noch bei Galen vorkommt. Auch äusserlich
bei Wunden diente sie, wie denn Paeon den von Hercules
verletzten Pluto damit soll geheilt haben, wo Paeon, als
Vater des Philoctetas und Gefährte des Herakles, in der
Mythologie erscheint."
(J.H.Dierbach: Flora Mythologica, 1833)