"Nimmer fehle mir auch ein Vorrat gewöhnlicher Minze, So verschieden nach Sorten und Arten, nach Farben und Kräften. Eine nützliche Art soll die rauhe Stimme, so sagt man, Wieder zu klarem Klang zurückzuführen vermögen, Wenn ein Kranker, den häufige Heiserkeit quälend belästigt, Trinkend einnimmt als Tee ihren Saft mit nüchternem Magen. Noch eine Art dieser Pflanze, von mastigem Wuchs, ist vorhanden, Die nicht mehr bloß eines kleinen Gewächses Schatten verbreitet, Sondern nach Art des Holunders mit starkem Stengel emporstrebt, Spreitet nach allen Seiten die großen Flügel der Blätter. Anders ist ihr Geruch und ihr Saft etwas herber zu trinken. Wen aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze Samt und sonders zu nennen vermöchte, so müßte er gleich auch Wissen, wie viele Fische im Roten Meere wohl schwimmen, Oder sie viele Funken Vulkanus, der Schmelzgott aus Lemnos, Schickt in die Lüfte empor aus den riesigen Essen des Aetna."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)