"Pfeffermünze, Mentha Piperita, L. mit Blumenköpfen, eiförmigen, gestielten Blättern, und Blumenkronen,
welche länger als die Staubfäden sind, ein etwa Fußhohes, und höheres, in England an feuchten schattigen Stellen
einheimisches, in unsern Gärten gezogenes Kraut mit fortwährender Wurzel, welches im July röthlich blüht.
Diese Pflanze (hb. Menthae piperitidis, piperitae), welche durch die Kultur nichts an ihrer Wirksamkeit
verliert, beim Einsammeln aber nicht mit der Grünmünze (w.s.) verwechselt werden darf, (die eine dünnere,
längere Blumenähre, schmalere, stiellose Blätter und der schwächere Geschmack auszeichnen) übertrifft fast
alle andere Münzarten an Kräftigkeit, und zeigt schon grün, noch weit mehr aber getrocknet, einen heftigen,
duftenden spirituösen Wohlgeruch und einen kampherartigen Geschmack, der den Mund anfänglich mit einem
pfefferartigen Brennen überzieht, sich aber bald in eine angenehme Kühlung auflöst.
Am häufigsten bedient man sich des Krautes zur Gewinnung des destillirten Wassers, und des ätherischen Oels
(Ol. menthae piperitae, piperitidis destill.), von welchem letztern man 1/184 bis 1/73 an Gewichte des dazu
genommenen frischen Krautes erhält, von farbloser Wasserhelle, und großer Stärke des Geruchs und Geschmacks
des Krautes. Wenn das destillirte Wasser recht stark ist und sorgfältig verwahrt wird, scheiden sich mit der
Zeit weiße Fäden und Körnerchen ab, die in ihrer Natur mit dem Kampfer überein kommen, und nur im Geschmacke
und Geruche abweichen. Des Wassers und des Oeles (zu einem bis höchstens zwei Tropfen) bedient man sich als
eines ermunternden, Blähungen treibenden, und Krämpfe hysterischer und hypochondrischer Art lindernden Mittels,
äußerlich und innerlich. Bei ihrem Gebrauche verbreitet sich eine starke Wärme fast augenblicklich durch den
ganzen Körper.
In Nervenfiebern hat man das Pulver des trocknen Krautes zur Aufrichtung der Kräfte empfohlen."
(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1798)