"Petersilienfrüchte und Apiol: Petersiienfrüchte stammen von Petroselinum crispum, einer sehr variablen Art. Die Droge darf sowohl von der Wurzelpetersilie als auch von der Blattpetersilie kommen. Geruch und Geschmack sind chrakteristisch würzig, jedoch nur ganz entfernt an die Petersilienblätter erinnernd.
Die Früchte sind Bestandteil industrieller und auf Rezept hergestellter Teemischungen. Sie dienen als Ausgangsmaterial zur Herstellung eines mittels Wasserdampfdestillation gewonnenen ätherischen Petersiliensamenöls. Die Öle dienen in der Nahrungsmittelindustrie zum Würzen von Fleischwaren und Fertigsoßen. Der durch Extraktion mit Ethanol aus den Früchten herstellbare Extraktrückstand wird als Apiol bezeichnet. Die Substanz fällt in Form eines grün gefärbten, unangenehm schmeckenden, öligen Produkts an.
Petersilienfruchtöl und -extrakt (Apiol) wirken nach oraler Gabe irritierend auf die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts. Es kommt, nach Zufuhr entsprechender Dosen, zur Hyperämie im kleinen Becken. Dies kann die in der Volksmedizin bekannten emmenagogen und aprhodisischen Effekte auslösen. Bei der Ausscheidung der Ölbestandteile mit dem Harn kommt es auch zu Irritationen des Nierenepithels, womit sich die diuretische Wirkung erklären lässt. Teile des resorbierten Apiols und Myristicins (lipophile Stoffe) gelangen auch in das ZNS. Nach Zufuhr toxischer Dosen kommt es zu Erregungszuständen und zu Krämpfen."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)