Gentiana purpurea
"Der purpurrothe Enzian unterscheidet sich durch die schmälern, im Verhältnis zur Breite längern Blätter, besonders aber durch die häutigen, abgestutzten, durch zwei Längsspalten aufreißenden Kelche und die punktlosen Blumenkronen hinreichend von der vorigen Art. Seine Wurzel (Rad. Gcntianae purpureae s. Carsutae) führt in der Schweiz den Namen des spitzen Enzians und besitzt eine sehr starke Bitterkeit, die der des gelben Enzians gleichkommt. Sie ähnelt in der Form der Wurzel des Ungarischen Enzian, ist dünner als die von Gentiana lutea, einfach oder etwas getheilt, meist vielköpfig, außen gelb und runzlich, schuppig, innen weißlich. In der Schweiz wird sie zur Bereitung des Enzianbranntweins benutzt. Sie soll nicht selten unter den Enzianwurzeln Vorkommen und kann auch wohl ohne Bedenken wie diese gebraucht werden. In Norwegen gräbt man sie ebenfall und verkauft sie in den Städten."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)