"Römischer Beyfuß, römischer Wermuth, welscher Wermuth.
Wächst in der Schweiz, in Italien und in einigen Provinzen Deutschlands, als in Schlesien, Böhmen, Östreich, Bayern, in der Pfalz und in Sachsen auf sonnigen, trocknen, bergigen Gegenden.
Blühet im Julius und August.
Das Kraut oder die obern Spitzen des blühenden Gewächses werden unter dem Nahmen des röhmischen Wermuths, Herba s. Summitatts Absinthii pontici s. romani, aufbewahrt.
Der Geschmack des römischen Wermuths ist weniger bitter, als der des gemeinen, sein Geruch hingegen ist stärker und angenehmer. Vermöge seiner Bitterkeit und des in ihm enthaltenen ätherischen Öhls ist er ein magenstärkendes und erhitzendes Mittel; aber selbst in frühen Zeiten, wo er mit zu dem zusammengesetzten Wermuth-Syrup, Syrupus Absinthii compositus, genommen wurde, gehörte er zu den weniger gebräuchlichen Mitteln, und jetzt ist er fast ganz in Vergessenheit gekommen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)