"Paprika: Paprika ist die getrocknete, reife, beerenartige Frucht von Capsicum annuum, einer einjährigen, bis 1 m hoch wachsenden Pflanze, die im tropischen Amerika beheimatet ist. Durch Hybridisation sind zahlreiche Kulturformen entstanden, die sich durch Größe, Form und Farbe der Frucht, durch deren Gehalt an Scharfstoffen sowie durch die Dicke der Fruchtwand unterscheiden. Die Stammpflanze des Cayennepfeffers, Capsicum frutescens, ist taxonomisch eine eigenständige Art. Bei den Kulturpflanzen des Paprikas unterscheidet man Sorten, welche Gewürzpaprika (var. longum) von solchen, die Gemüsepaprika liefern.
Gewürzpaprika wird in der Regel bereits in den Produktionsländern (Ungarn, Spanien, Südfrankreich) in speziellen Paprikamühlen gemahlen. Die im Handel üblichen Bezeichnungen - edelsüß-delikat, edelsüß, halbsüß, Rosenpaprika, u.a.m. - beziehen sich auf die Art der Herstellung. Durch Entfernen der im Fruchtinneren befindlichen Scheidewände sowie der Samen (hier sind die Scharfstoffe lokalisiert) erzielt man Produkte mit mildem, süß-aromatischem Geschmack.
Frischer Gewürzpaprika ist lebhaft rot gefärbt, während der Lagerung v.a. bei Lichteinwirkung erfolgt leicht ein Farbumschlag von Rot nach Braun. Der scharfe Geschmack beruht auf dem Vorkommen von Capsaicin und einer Reihe der Substanz nahe stehenden Verbindungen. Die Scharfstoffe werden von besonderen Drüsenzellen in der Epidermis der Scheidewände zusammen mit dem ätherischen Öl als kleine ölige Tröpfchen abgeschieden und sammeln sich in subkutikularen Räumen. Die rote Farbe der Frucht beruht auf dem hohen Gehalt (0,3-0,8%) an lipophilen Karotinoiden. Weitere Inhaltsstoffe sind antimykotisch wirksame Steroidsaponine (0,2-0,3%), Flavonglykoside, Ascorbinsäure (0,04-0,21% in der frischen Frucht, somit enthält Paprika 4- bis 6mal mehr Vitamin C als Zitronensaft), und Zucker (6-7% Glukose und Saccharose).
Wegen seines scharfen Geschmacks, des spezifischen Aromas und der ansprechenden Farbe ist Paprika ein vielseitiges Küchengewürz, sowie Bestandteil zahlreicher Gewürzmischungen (Currypulver) und von Gewürzzubereitungen (Tomatenketchup). Pharmazeutisch dient die Pflanze zur Herstellung einer Tinktur, steigert innerlich angewendet den Appetit und fördert die Magensaftsekretion (Dosierung: 0,05g)."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Oleoresin aus Paprika (Paprikaextrakt): Die auch als Oleoresina Capsici bezeichneten Produkte erhält man durch Extrahieren der Capsicum-frutescens-Früchte (Cayennepfeffer) mit heißem Aceton oder Alkohol (90%) und Vertreiben des Lösungsmittels durch Destillieren. Die Substanz ist eine dicke, schwerbewegliche Flüssiglkeit von braunroter Farbe und einem intensiven scharfen Geschmack. Wichtige Inhaltsstoffe sind etwa 8% Capsaicinoide; daneben sind an die 50 Pigmente, hptsl. solche der Karotinoidreihe enthalten.
Das Mittel wird äußerlich in Form von Salben, Gelen, Linimenten und Pflastern als Hautreizmittel bei Neuralgien und rheumatischen Beschwerden an Muskeln und Gelenken angewendet. Gelangt bei sorglosem Umgang mit Capsaicin enthaltenden Arzneimitteln eine kleine Menge Capsaicin ins Auge oder auf eine empfindliche Körperstelle, so führt das zu schmerzhaftem Brennen. Handelt es sich um Hautpartien, so hilft Abtupfen mit einer stark verdünnten Kaliumpermanganatlösung; zur Schmerzlinderung am Auge werden Kokainaugentropfen empfohlen."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Scharfstoffe des Paprikas: Capsaicin und Capsaicinoide: Als Capsaicinoide bezeichnet man die in Capsicum-Arten vorkommenden, dem Capsaicin chemisch nahe stehenden Varianten, wie das Dihydrocapsaicin und dessen Homologe. Bildung und Vorkommen der Säureamide beschränken sich auf die Plazenta in den Früchten von Capsicum-Arten. Sie werden von besonderen Drüsenzellen in der Plazentaepidermis, zusammen mit einer geringen Menge ätherischen Öls, als kleine ölige Tröpfchen unter die Kutikula abgeschieden und kristallisieren nach einiger Zeit aus. Offizinell in verschiedenen Pharmakopöen ist der Cayennepfeffer."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Cayennepfeffer: Die Pflanze ist im tropischen Südamerika beheimatet und wird heute weltweit kultiviert. Zu Gewürz- und Arzneizwecken verwendet man die glänzend orangerot bis tief dunkelrot gefärbten Früchte (Trockenbeeren), die entweder getrocknet (Peperoni) oder zu Pulver vermahlen in den Handel gelangen. Die Größe der Früchte variiert je nach Sorte zwischen 1,5 - 3 cm, einige besonders scharfe Früchte sind kleiner (Chili Pequins: 6-8 mm, Tabascosorte: unter 2cm). Durch Altern und Lagerung verfärben sich Pfefferoni bräunlich.
Cayennepfeffer besitzt einen charakterisitischen Geruch und einen scharfen brennenden Geschmack. Als Pulver entwickelt er einen heftig zum Niesen reizenden Staub. Der Inhaltsstoff Capsaicin erzeugt auf Haut und Schleimhäuten Hyperämie, Brennen und Schmerzempfindung durch Reizung der Thermo- und Schmerzrezeptoren.
Die Droge wird äußerlich in Form verschiedener Tinkturen, Linimenten und Pflaster zur Linderung von rheumatischen und Gelenksschmerzen angewendet. Man gebraucht sie bei Pleuritis exsudativa, Myalgien, Frostschäden und Kreislauferkrankungen der Extremitäten. In der Kosmetik wird Capsaicin als Komponente in verschiedenen Haarwässern verwendet."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)