Populus dilatatus (Populus nigra)
"Von der Pyramiden -Pappel kommen die Pappelknöpfe oder Pappelknospen (Oculi s. gemmae Populi) , welche jetzt aber so ziemlich, wiewohl vielleicht unverdient, in Vergessenheit gekommen sind. Man sammelt sowohl die Blüthen- wie auch die Blattknospen vor ihrem Aufbrechen im März und Anfang des April und trocknet sie sehr behutsam, damit die wirksamen Bestandtheile sich nicht verflüchtigen. Diese, schon durch den schönen balsamischen Geruch angedeutet, welcher sich sogar beim Ausschlagen in die ganze Luft verbreitet, so wie auch durch den würzigen bittern Geschmack der Knospe, sind hauptsächlich ein ätherisches Oel mit Harz, Wachs und etwas gummigem Extractivstoff. Man benutzt die Knospen zur Bereitung einer Tinctur, welche sonst zu 1 —2 Dr. gegeben wurde, so wie auch zu einer Salbe (unguentum Populeum , Pappelsalbe). Die Tinctur gebrauchte man sonst als Harntreibendes Mittel, so wie auch gegen Blutflüsse aus Schwäche und die Salbe nimmt man noch jetzt als zertheilendes und erweichendes Mittel bei allerlei Schäden, Ausschlägen u. dergl., z. B. Brand, Frost, Kopfgrind u. s. w. Aus den Knospen soll sogar schon eine Art Wachs in größerer Menge abgeschieden und zu Lichten verarbeitet worden sein. Das Pappelholz ist besser als das Weidenholz. Große Stämme werden sogar zu Mastbäumen genommen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)

Populus nigra
"Die Pappelknospen werden auch von der Schwarzpappel, wie auch eigentlich von jeder Pappel mit harzigen Knospen genommen. Sie sind auch von dieser noch bequemer zu pflücken, weil sich die Bäume wegen der stärkern und abstehendem Aeste besser besteigen lassen. ... Das Holz dieses Baumes ist, wie schon einmal erwähnt, dem Weidenholze sehr ähnlich, d. h. die Markstrahlen sind hier so dünn, dass man sie auf dem Horizontalschnitte gar nicht bemerkt und dass man auf dem Radienschnitte (parallel den Markstrahlen geführt) nur eine Reihe über einander liegender Zellen bemerkt, gewöhnlich nur 4—6, selten über 8. Dann ist es noch ausgezeichnet durch die Menge und Größe der Spiralröhren, welche noch dazu mit sehr großen doppelkreisigen Punkten besetzt sind, woher denn auch die Weiche des Holzes, seine Schwerspaltbarkeit und Brüchigkeit zu erklären ist. Auch als Brennholz ist es nicht viel besser als Weidenholz. "
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dreizehnter Band, 1837)