"Weißespe, Populus alba, L.
mit rundlichen, zahnartig geeckten, unterwärts filzwolligen Blättern; ein bei Dörfern an feuchten Stellen und Ufern fließender Wasser nicht seltner Baum, welcher im März und Aprill blüht, und dessen äusserlich weißlichte Rinde (Cort. Populi, albae) in ältern Zeiten äusserlich und innerlich gegen Hüftgicht und im Schwerharnen, ganz empirisch, gebraucht worden ist. Man glaubte auch, daß sie eine treibende Kraft auf die Bärmutter äussere.
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(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1793)
"Schwarzespe, Populus nigra, L.
mit zugespitzten, auf beiden Seiten glatten, sägeartig gezahnten, dreieckigen, doch mehr langen als breiten Blättern, ein in Wäldern und bei Dörfern, an feuchten Stellen und an den Mündungen der Flüsse wohnender Baum, welcher zu Anfange des Frühlings blüht.
Die Blattknospen, (Pappelknöpfe, Oculi oder vielmehr Gemmae Populi) sind zugespitzt, gelblichtgrün, aus Schuppen verschiedner Größe zusammengesetzt, klebrig und enthalten einen zähen, gelben, wohlriechenden, bittern Balsam, wiewohl nicht in der Menge und Güte als die Balsamespe, w.s. Man sammelt sie im März.
Aus diesen frischen Knospen zieht man durch aufgegossenen Weingeist den Balsam aus, eine Tinktur, deren man sich bei alten Bauchflüssen und innern Geschwüren zu einem Quentchen auf die Gabe ehedem bedient hat. Durch Abrauchen entsteht ein dem Storax ähnliches Harz.
Jetzt quetscht man blos die frischen Knospen mit andern Ingredienzen, und bereitet daraus eine Art schmerzstillender Salbe (unguentum populeum).
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(Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon von 1793)