"Papain: Die Bezeichnung Papain verwendet man für zwei verschiedene Produkte: für den getrockneten Milchsaft aus Carica papaya, der als pulverisierte Handelsware ein Gemisch mehrerer enzymatischer und nicht-enzymatischer Inhaltsstoffe darstellt, und für das in kristalliner Form erhältliche proteolytische Enzym, das aus dem Latex isoliert wird.
Alle Teile der Papayapflanze enthalten Milchsaft (Latex), am reichlichsten die unreifen Früchte. Die äußere Fruchtschale wird angeritzt, der herabtropfende Saft in untergespannten Tüchern aufgefangen und an der Luft - besser aber im Vakuum bei 50°C - getrocknet. Das nach dem Pulvern und Sieben gewonnene Papain ist ein weißgraues bis bräunliches Pulver. Es ist nahezu geruchlos und leicht hygroskopisch, löst sich aber in Wasser nicht vollständig.
Die Droge findet Anwendung als Therapeutikum gegen nekrotisches Gewebe, oberflächliche Ulzeration, Ekzeme sowie Dekubitusgeschwüre. DA Papain totes, aber nicht lebendes Gewebe angreift, wurde es als "biologisches Skalpell" bezeichnet. Von Nachteil ist, dass die Papaintherapie Kontaktdermatitiden auslösen kann. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Substitution von Verdauungsenzymen bei dyspeptischen Beschwerden."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Chymopapain A: Die Substanz wird aus dem Handelspapain gewonnen. Lösungen verwendet man zur intradiscalen Injektion bei Bandscheibenvorfall. Das Enzym löst den auf den Spinalnerv drückenden Bandscheibenkern (Nucleus pulposus) auf, so dass u.U. der operative Eingriff vermieden werden kann. Man nennt diese BEhandlungsmethode Chemonucleolysis. Die Injektion wird in der Regel unter Lokalanästhesie durchgeführt."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)