"[IV.169. - Bergseidelbast] - Daphne oleoides (Thymelaeaceae) - Bergseidelbast
Die Chamelaia - Einige nennen sie Feuerspreu oder Aknestos, Andere kni- disches Korn [schwarze Chamelaia, Herakleion, Bdelyra, die Römer Citocacium, auch Oleago, Oleastellum] - hat spannenlange Triebe. Es ist ein zweigiger Strauch und hat denen des Oelbaums ähnliche Blätter, sie sind aber zarter, dichtstehend, bitter, im Geschmack beissend und die Luftröhre kratzend. Die Blätter führen nach unten Schleim und Galle ab, am besten im Bissen genommen unter Zusatz vom Doppelten an Wermuth auf 1 Theil Chamelaia. Der Bissen soll aber mit Wasser oder Honiggenommen worden; er löst sich nicht auf, sondern geht durch so, wie er genommen wird. Die fein gestossenen Blätter in Honig aufgenommen reinigen schmutzige und schorfige Geschwüre."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)
"[Bergseidelbastwein]
Wenn der Strauch blüht, zerstosse ihn sammt den Blättern, siehe ab und gib 10 Drachmen in 1 Chus Most; nach zwei Monaten giesse den Wein um. Er hilft bei Wassersucht, Leberleiden, Ermattung und bei schwerer Reinigung der Wöchnerinnen."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)