Convolvulus scammonia
"Aus der Wurzel des Convolvulus Scammonia Linn. erhalten wir das Scammonium (Scammonium, Gummi s. Resina Scammonii), einen durch Einschnitte in dieselbe gewonnenen und an der Luft eingetrockneten Milchsaft, der indessen nur sehr sparsam ausfließen muss, da man aus einer Pflanze nur einige Drachmen erhält. Es hat einen unangenehmen Geruch und einen widrigen, bittern und scharfen Geschmack....
Es kommen aber auch noch einige andere Sorten von Scammonium im Handel vor, nemlich das Smyrnische (Scammonium de Smyrna) und das Antiochische (Scammonium antiochicum), diese sollen aber, nach Anderen, von ganz anderen Gewächsen ihren Ursprung nehmen, z. B. von Periploca Secamone, Cynanchum monspeliacum oder durch Eindicken des ausgepressten Saftes des ganzen Convolvulus Scammonia bereitet seyn. Letztere sind ganz verwerflich. Ueberhaupt hat dieser Arzneistoff keinen Werth mehr für die Heilkunde, denn man hat ihn wegen seiner äußerst heftigen und ungleichen Wirkungen ganz verlassen. Ehedem gab man es zu 3—6 Granen in Pulvern oder Pillen bei Stockungen im Unlerleibe. Präparate desselben waren das geschwefelte Scammonium (Diacrydium sulphuratum), eine Mischung mit Mandeln, Diacrydium praeparatum genannt, u. m. A."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zwölfter Band. 1833)