"Die Deutung des Aspalathos der Alten gehört mit
zu den schwierigsten Untersuchungen. Theophrast nennt
ihn blos, ohne eine Beschreibung zu geben. Dioscorides
bezeichnet ihn als einen dornigen Strauch , der in Syrien
, Rhodus etc. wachse und von den Salbenhändlern
benutzt werde. Das Holz soll roth, dicht, geruchvoll
und etwas bitter seyn. Plinius gibt eine etwas abweichende
Beschreibung, vergleicht aber den Geruch mit
dem Castoreum. Ruellius glaubte zuerst in dem Rosenholze
der Oflicinen den Aspalathos zu finden, wurde
aber schon von Valerius Cordus und Mathiolus zureichend
widerlegt; demungeachtet ist diese Meinung neuerdings
wieder hervorgesucht worden. Nur als Muthmaßung,
auf die ich keinen Werth lege, merke ich
hier an , dass Elaeagnus spinosa L. mehrere Eigenschaften
besitzt, die die Alten dem Aspalathos zuschreiben.
Es ist ein dorniger Strauch, der durch seinen
Wohlgeruch sich auszeichnet , eine röthliche oder rothbraune
Rinde hat und in Syrien wächst. Rauwolf fand
ihn um Aleppo und auf dem Berge Libanon. Es ist immer
der Mühe werth nachzulesen , was dieser fleißige
Pflanzenforscher davon sagt.
Die Hippokratiker gebrauchten das Dekokt der Wurzel
des Aspalathos mit Wein gegen übermäßige Menstruation. Uebergangen darf nicht werden, dass nach
Galen die schwarze Wurzel der Hippokratiker mit
dem Aspalathos einerlei ist; wobei ich nicht umhin kann,
an Anthyllis cretica zu erinnern, die durch ihre schwarze
Wurzel sich auszeichnet. Die Hippokratiker gebrauchten
sie mit Wein gegen Mutterblutfluss."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)