"Gemeine Ochsenzunge, große Ochsenzunge, rothe Ochsenzunge, deutsche Ochsenzunge, welsche Ochsenzunge, rothe Hundszunge, Bauernboretsch, Augenzier, Liebäuglein, Sternblümlein, Ackermannskraut.
Wächst in Deutschland, und in den mehresten Ländern Europens an Wegen, auf Schutthaufen, und auf Äckern.
Blühet vom May bis in den August.
Von diesem Gewäche wurden sonst die Wurzel, das Kraut, und die Blumen (Radix, Herba et Flores Buglossi) aufbewahrt...
Alle Theile dieses Gewächses sind geruch- und geschmacklos, und enthalten einen schleimigen Saft. Man zählt es auch zu den schleimigen Mitteln, da aber an diesen kein Mangel ist, so ist es in neuern Zeiten ganz außer Gebrauch gekommen. Sonst hielt man es für ein kühlendes, die zähen Säfte verdünnendes Mittel, und glaubte in ihm eine gemüthserheiternde Kraft gefunden zu haben, weshalb auch die Blumen desselben mit zu den sogenannten vier herzstärkenden Blumen (Flores quatuor cordiales) genommen wurden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)