"Niedrigblättrige schwarze Christwurz.
Wächst auf den Apenninen und in Toscana auf rauhen Gegenden, so wie auch in Österreich,
Krain, Bayern, Schlesien und im Fulda’schen an schattigen Orten.
Blühet vom December bis in den März, und in unsern Gärten auch nicht selten zum zweyten
Mahl im Julius und August.
Die Wurzel von Helleborus niger humilifolius hat im frischen Zustande äußerlich eine schwarze, etwas ins Grüne spielende Farbe, die beym Trocknen völlig schwarz wird. Ihr Geruch ist so wenig auffallend als ihr Geschmack; wenigstens zeigt sie sich in Hinsicht des letzteren weder bitter noch scharf...
Bey allen Abänderungen, die mir vom Helleborus niger vorgekommen sind, habe ich die Wurzel in Rücksicht des Geschmackes untersucht, aber niemahls habe ich etwas von Bitterkeit oder Schärfe bemerken können, und es läßt sich daher wohl mit Gewißheit behaupten, daß von diesem Gewächse die wahre Christwurz der Alten nicht gesammelt werden kann. Auch hat die in den Apotheken unter dem Nahmen Radix Hellebori nigri aufbewahrt werdende Wurzel gewiß selten, oder niemahls, dem Gewächse dieses Nahmens ihr Daseyn zu verdanken; gewöhnlich findet man dafür die Wurzel des Helleborus viridis, oder der Adonis vernalis, so wie auch die des Trollius europaeus, der Astrantia major und der Actaena spicata dafür gesammelt werden. Ferner bekommt man unter gedachtem Nahmen eine Wurzel aus der Schweitz, von der man bisher glaubte, daß sie wirklich vom Helleborus niger gesammelt würde; nach meinen Untersuchungen aber kommt sie nicht von diesem Gewächs, sondern von der Actaea spicata. Endlich sollen auch noch im Handel die sehr giftigen Wurzeln von Aconitum Napellus und andern Arten dieser Gattung unter dem Nahmen der schwarzen Christwurz vorkommen, vor deren Anwendung man sich in Acht zu nehmen hat."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)
"Hochblättrige schwarze Christwurz.
Wächst auf den Apenninen und in Toscana auf rauhen Gegenden, so wie auch in Österreich,
Krain, Bayern, Schlesien und im Fuldaischen an schattigen Orten.
Blühet vom December bis in den März, und in unsern Gärten, auch nicht selten zum zweyten
Mahle im Julius und August.
Die Wurzel von Helleborus niger altifolius hat im frischen Zustande äußerlich eine schwarze, etwas ins Grüne spielende Farbe, die beym Trocknen völlig schwarz wird. Ihr Geruch ist so wenig auffallend als ihr Geschmack; wenigstens zeigt sie sich in Hinsicht des letzteren weder bitter noch scharf...
Bey allen Abänderungen, die mir vom Helleborus niger vorgekommen sind, habe ich die Wurzel in Rücksicht des Geschmackes untersucht, aber niemahls habe ich etwas von Bitterkeit oder Schärfe bemerken können, und es läßt sich daher wohl mit Gewißheit behaupten, daß von diesem Gewächse die wahre Christwurz der Alten nicht gesammelt werden kann. Auch hat die in den Apotheken unter dem Nahmen Radix Hellebori nigri aufbewahrt werdende Wurzel gewiß selten, oder niemahls, dem Gewächse dieses Nahmens ihr Daseyn zu verdanken; gewöhnlich findet man dafür die Wurzel des Helleborus viridis, oder der Adonis vernalis, so wie auch die des Trollius europaeus, der Astrantia major und der Actaena spicata dafür gesammelt werden. Ferner bekommt man unter gedachtem Nahmen eine Wurzel aus der Schweitz, von der man bisher glaubte, daß sie wirklich vom Helleborus niger gesammelt würde; nach meinen Untersuchungen aber kommt sie nicht von diesem Gewächs, sondern von der Actaea spicata. Endlich sollen auch noch im Handel die sehr giftigen Wurzeln von Aconitum Napellus und andern Arten dieser Gattung unter dem Nahmen der schwarzen Christwurz vorkommen, vor deren Anwendung man sich in Acht zu nehmen hat."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805.)