Nachtschatten, Solanum, Gattung der Nachtschattengewächse mit ca. 1400 fast weltweit verbreiteten, insbesondere in den Tropen und Subtropen Südamerikas heimischen Arten. Einjährige Kräuter, Stauden, Halbsträucher oder kleine Bäume mit ungeteilten bis gefiederten Blättern und meist doldig, rispig oder traubig angeordneten Blüten. Diese 5zählig, in der Regel mit stern- oder radförmiger Krone sowie zu einem Kegel bzw. einer Röhre angeordneten Antheren. Der 2fächerige Fruchtknoten wird zu einer kugeligen bis länglichen, vielsamigen Beere.
Viele Arten enthalten in den Wurzeln und oberirdischen Organen Saponine sowie meist glykosidisch gebundene Steroidalkaloide (Solanaceenalkaloide). Bei manchen Arten werden die in den Früchten enthaltenen giftigen Substanzen (Pflanzengifte) während des Reifungsprozesses abgebaut.
Zur Gattung Solanum gehören so wichtige Kulturpflanzen wie Solanum tuberosum, die Kartoffelpflanze, Solanum lycopersicum (= Lycopersicon esculentum), die Tomate, sowie Solanum melongena, die Eierpflanze oder Aubergine.
Wichtigste einheimische Arten sind der Schwarze Nachtschatten (Solanum nigrum) und der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara), auch Bittersüß genannt, die aus Eurasien stammend, heute in einer ganzen Anzahl von Kleinarten nahezu weltweit verbreitet sind. Der Schwarze Nachtschatten, eine 1jährige, weiß blühende Pflanze mit eiförmigen, meist buchtig gezähnten Blättern und erbsengroßen, schwarz glänzenden Beeren, wächst in lückigen Unkrautfluren, an Wegrändern und auf Schutt.
Der Bittersüße Nachtschatten, ein niederliegender oder kletternder Halbstrauch mit violetten Blüten und eiförmigen, zunächst bitter, dann süßlich schmeckenden, scharlachrot glänzenden Früchten, ist in feuchten bis nassen Gebüschen und Wäldern sowie an Ufern und Gräben anzutreffen.
Sowohl der Schwarze als auch der Bittersüße Nachtschatten gelten als stark giftig, da sie in allen Pflanzenteilen Alkaloide enthalten. Gefunden wurden das Glykoalkaloid Solanin, sein Aglykon Solanidin, Soladulcidin, Solasodin, Solamargin, Tomatidin (Tomatin) und Tomatidenol sowie die Saponine Tigogenin, Diosgenin und Yamogenin, die bei Verzehr zu starken, jedoch selten tödlichen Vergiftungserscheinungen (Durchfall, Erbrechen, Krämpfe, Pupillenerweiterung und, nach zentraler Erregung, Lähmungen) führen können.