"Kletternder Nachtschatten, Waldnachtschatten, rother steigender Nachtschatten, Bittersüß, Alfranken, Alpalfranken, Alpalfrankenkraut, Hinschkraut, Hirschkraut, wilde Stickwurz, Mäuseholz, Scheißbeere, je länger je lieber.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in den mehresten Ländern Europens, in Gesträuchen und Hecken, an den Ufern der Flüsse und Bäche und an andern feuchten Orten.
Blühet vom May bis in den Julius.
Im frischen Zustande haben die Stengel des Solanum Dulcamara einen etwas widrigen Geruch - der sich durchs Trocknen verliert - und einen bittern, hintennach aber süßen Geschmack.
Durch Auskochen mit Wasser bereitet man aus den Stengeln ein Extract, Extractum Dulcamarae.
Sonst bediente man sich auch der Wurzel und der Rinde derselben und zwar wurde die Wurzel vorzüglich von Linne empfohlen; jetzt aber gebraucht man nur die Stengel als ein die Thätigkeit des Blutgefäßsystems vermehrendes Mittel, welches auf den Schweiß und auf die Absonderung des Harns wirkt, und gewöhnlich in Decocten gegeben wird. Läßt man es gleich im Anfange in zu starker Dosis gebrauchen, so erregt es Ekel und Erbrechen, ja es bringt sogar Irrereden und Convulsionen hervor. Der Apotheker hat daher, wenn dieses Mittel verschrieben wird, wirklich nöthig vorsichtig zu seyn. Von vorzüglich heftiger Wirkung sind die Beeren: sie erregen das heftigste Erbrechen und Purgiren. Ein Hund, dem man dreyßig Stück von denselben gab, starb davon nach einer Zeit von drey Stunden, und als er nachher geöffnet wurde, fand man sie in seinem Magen noch unverdaut."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)