"Myrrhe: Myrrhe ist ein Gummiharz, das von mehreren Commiphora-Arten gewonnen wird. Die Artzuordnung der Stammpflanze, die zur Drogengewinnung herangezogen wird, steht bis heute noch nicht mit Sicherheit fest. Die Gattung umfasst etwa 60 Arten, von denen v.a. Commiphora abyssinica (syn. C. kua), C. schimperi und C. molmol (syn. C. myrrha) das Handelsprodukt liefern dürften. Die genannten Stammpflanzen sind kleine Bäume mit schizogenen Exkretgängen in der Rinde. Zur Drogengewinnung wird die Rinde verletzt, der ausfließende gelbe Balsam erstarrt an der Luft zu gelblich- oder rötlich-braunen Körnern, die gesammelt werden.
Myrrhe riecht eigenartig würzig, warm aromatisch. Beim Kauen schmeckt es zunächst kratzend-sandig, dann weich und klebrig, wobei der aromatisch-bittere Geschmack deutlicher hervortritt. Die chemische Zusammensetzung ist nur unvollständig bekannt. Als Qualitätsmerkmal gilt die Menge der in Ethanol löslichen Anteile: Gute Myrrhe soll sich zu 35% in heißem Ethanol lösen.
Die Droge dient als desinfizierendes und desodorierendes Mittel bei Schleimhauterkrankungen des Mundes. Die entzündeten Stellen werden mit Myrrhentinktur gepinselt; verdünnte Myrrhentinktur (1-2 TL auf 1 Glas Wasser) zum Mundspülen."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)