Myrrhe w, Myrrha, aus unregelmäßig geformten, gelblichen oder rötlich braunen Körnern mit glänzender Oberfläche bestehendes Gummiharz (Harze) mit aromatischem Geruch und bitterem Geschmack, das aus den Myrrhensträuchern (Commiphora-Arten, Familie Burseraceae; Mediterranregion) durch Einschnitte in die Rinde gewonnen wird. An den verletzten Stellen tritt der gelbe Milchsaft aus, der an der Luft zum Gummiharz erstarrt.
Inhaltsstoffe von Myrrhe sind etherische Öle (2–10%, mit den Bestandteilen Pinen, Limonen, Eugenol, Kresol sowie Sesquiterpenen), Harzbestandteile (25–40%, vor allem Harzsäuren [Resinosäuren], z.B. Commiphorsäure) und Rohschleim (50–60%, enthält Arabinose, Galactose, 4-O-Methylglucuronsäure und Aldobiuronsäure).
Myrrhe wurde bereits im Altertum (häufig zusammen mit Weihrauch) zu Salben, Arzneien und Einbalsamierungen verwendet. Der therapeutische Einsatz beruhte auf ihrer analgetischen Wirkung (Analgetika), die im wesentlichen auf die Wirkung von 2 verschiedenen Sesquiterpenen (Furanoeudesma-1,3-dien und Curzaren) zurückzuführen ist. Diese interagieren vermutlich mit Opiatrezeptoren im Gehirn. Heute findet Myrrhe aufgrund seiner adstringierenden und desinfizierenden Eigenschaften hauptsächlich in Form von alkoholischen Tinkturen Verwendung zu Hautpinselungen und Mundspülungen bei Entzündungen der Mund- und Rachenhöhle.