Tanacetum ist eine Gattung der Korbblütler mit 70 Arten (gemäßigte Regionen der Nordhalbkugel). In Mitteleuropa wächst der Rainfarn (Tanacetum vulgare syn. Chrysanthemum vulgare; in staudenreichen Unkraut-Gesellschaften, an Wegen, Schuttplätzen, Dämmen und Ufern) mit fiederschnittigen, farnartigen Blättern und in Schirmrispen angeordneten, zahlreichen kleinen, goldgelben, nur aus Röhrenblüten bestehenden Köpfchen. Die in der Volksmedizin früher als Wurmmittel verwendete Pflanze ist giftig, da ihr etherisches Öl reichlich Thujon enthält.
Das Balsamkraut oder Marienblatt (Tanacetum balsamita syn. Chrysanthemum balsamita; Kleinasien) mit ovalen, fein gezähnten Blättern ist eine alte Heil- und Gewürzpflanze, deren antiseptische Wirkung der Wundheilung diente.
Eine weitere alte Heilpflanze ist das stark duftende Mutterkraut („Römische Kamille“, Tanacetum parthenium syn. Chrysanthemum parthenium; Südosteuropa), mit fiederteiligen Blättern und zahlreichen 1–2 cm großen Blütenköpfchen; sie wird heute in vielen, teils gefüllten Sorten als Zierpflanze gezogen. Die im etherischen Öl enthaltenen Sesquiterpenlactone (Sesquiterpene) sollen gegen Migräne wirksam sein, da sie die Synthese der Prostaglandine hemmen und die Ausscheidung von Serotonin vermindern.
Einige Arten, wie z.B. die Dalmatinische Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium syn. Chrysanthemum cinerariifolium; östliches Mittelmeergebiet) oder Tanacetum coccineum (syn. Chrysanthemum coccineum; Vorderasien) synthetisieren für alle Arten von Insekten und manche Würmer äußerst giftige Pyrethrine und werden daher zur Herstellung von Insektiziden verwendet; Tripleurospermum (30 Arten; gemäßigte Regionen der Nordhalbkugel).