"Myristica moschata (Myristica fragrans)
"In dem Arzneyvorrath finden sich unter den sehr uneigentlichen Benennungen Muscatenblüthe,
Macis, die Samendecke, welche über der Nuss liegt, und von dieser der Same als
Muscatennuss, Nux moschata. ...
Durch die Destillation erhielt Hagen von 16 Unzen ein halbes Loth des ätherischen Ohls,
Oleum Macidis, welches im Wasser zu Boden sinkt. Von den sogenannten Nüssen geben 16
Unzen 1 bis 2 Loth eines ätherischen Öhls, welches zum Theil im Wasser zu Boden sinkt,
größtentheils aber oben auf schwimmt. Durch Auspressen geben sie den vierten, oder auch
nur den fünften, ja nach Schräder, nur den zehnten Theil eines sehr wohlriechenden ausgepressten
Öhles , welches als Muscatenbalsam oder Muscatenbutter, Oleum s. Balsamum
Nucistae s. Oleum Nucum moschatarum expressum, bekannt ist. Es hat die Consistenz eines
weichen Talgs, besteht nach Schräder aus zwey fetten Ohlen (Stearine und Elaine) und enthält
noch überdies den sechzehnten oder zwanzigsten Theil von dem ätherischen Ohle. ...
Die Muscatennüsse und die Muscatenblüthe haben, wie alle Gewürze, vermöge ihres
ätherischen Öhles excitirende und erwärmende Kräfte, und werden gewöhnlich nur als Zusatz
zu andern Mitteln verschrieben. Eben so verhält sich das ausgepresste Öhl derselben, welches
man äußerlich bey Schwäche des Magens, in Diarrhöen , Blähungen und Kolikschmerzen
zum Einreiben auf den Unterleib giebt. Das ätherische Muscatenblüthöhl wird in
gleichen Fällen eben so angewendet, jedoch auch innerlich zu ein bis zwey Tropfen gegeben."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)