"Muskateller-Salbey, Muskatellerkraut, Gartenscharlach, großer Scharlach, St. Johanneskraut.
Wächst um Troja bey Prag, Lautschim und im Küstenlande bey Moschiemzze, so wie in Italien und in Syrien, an Wegen und auf Rainen.
Blühet im Junius und Julius.
Ehedem war das Kraut, Herba Sclareae , Hormini seu Gallitrichi , welches von dieser Art Salbey gesammelt wurde, gebräuchlich. Es sollen mit den Blättern der Salvia Sclarea die der Salvia pratensis verwechselt oder vielmehr fälschlich diese für jene gesammelt werden, welches auch, da beyde oft sich ähnlich sind, leicht statt finden kann; doch wenn man auf die bey der Beschreibung der Salvia pratensis angegebenen Unterscheidungszeichen Acht hat, so wird man die Blätter beyder Arten mit Gewissheit unterscheiden können.
Linne hielt die Salvia Sclarea für wirksamer als die Salvia officinalis, was auch wohl aus ihrem starken Geruch und gewürzhaften Geschmack — weshalb sie auch Muskateller-Salbey heißt — hervorgeht. Sie enthält ein ätherisches Öhl. Man empfahl das Kraut dieser Pflanze in vorigen Zeiten bey hysterischen Zufällen, bey der Kolik u. s. w.
Das Bier und den Wein macht es ungemein berauschend und Kopfschmerzen erregend. Gewinnsüchtige und betrügerische Weinhändler sollen sich desselben, so wie auch der Blumen, bedienen, um dem Weine einen muskatellerartigen Geschmack zu geben."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Sechster Band. 1855.)