"Ein hippokratischer Schriftsteller beschreibt die
Konyza als ein Kraut, das der krausen Petersilie ähnlich
sey, in der Nähe des Meeres wachse, und einen
unerträglichen Geruch habe ; derselbe nennt sie auch
die weibliche Konyza , womit sie auch Theophrast bezeichnet.
Sprengel ist daher im Irrthume, wenn er
die eben angeführte Stelle auf die männliche Konyza
bezieht. Dioscorides hat mehrere Arten Konyza, wovon
diejenige, welche er die dritte nennt, vielleicht
hierher gehört, wenn man nicht annehmen will, dass
die hippokratiscke Pflanze von der des Dioscorides
verschieden ist; dies thut wirklich Cäsalpin , er hält die
hippokratische Konyza für Ambrosia maritima L.
und bemerkt, dass Dioscorides diese Pflanze auch Apium
rusticum nenne; Ansehen der Blätter, Standort und
Geruch der Pflanze stehen den Angaben des Hippokratikers
eben nicht entgegen ; auch wird Niemand in dieser
Bestimmung den bekannten Scharfsinn Caesalpins verkennen.
Die kleine Konyza des Dioscorides oder die
weibliche des Theophrast wird von Lobel , Dodonäus
und Clusius auf ein Gewächs gezogen, das Linne' Erigeron
graveolens nennt.
Die Hippokratiker gaben die stinkende Konyza hauptsächlich gegen hysterische Beschwerden mit Castoreum
in Wein , mit Lauchsaft und andern Mitteln zur Verstärkung
der Contractionen des Uterus . Gegen Lienterie
wird es gekocht zum Essen empfohlen . Zur
Beförderung der Menstruation ließ man es mit verschiedenen
Zusätzen in Mutterkränzen beibringen."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)