"Acacia gummifera (Vachellia gummifera)
"Zu Linne’s Zeiten kannte man nur zwey Arten von Acacien unter dem Namen Mimosa nilotica und Mimosa Senegal , von denen man meinte, dass Gummi gesammelt würde, und zwar glaubte man, dass von erstrer das arabische Gummi, Gummi arabicum,
und von letztrer das Senegalgummi, Gummi Senegal, herstamme. Aber nicht zu gedenken, dass unter
Linne’s Mimosa nilotica schon zwey Arten verborgen waren, so ist es durch die Erfahrung
neuerer Reisenden erwiesen, dass von mehreren Acacienarten wirklich Gummi gesammelt wird,
und wohin denn Acacia gummifera, Ehrenbergiana, Senegal, Seyal, arabica, Karroo und
vera gehören. In einem Aufsatze von Virey wird auch Acacia
Lebbeck als solche angegeben, welche Gummi liefern soll, was aber von Ehrenberg widersprochen
wird. Ehrenberg war, als eifriger Forscher, vorzüglich darauf bedacht, über solche Gegenstände,
die uns zwar schon lange bekannt sind, dessen ungeachtet aber noch so im Dunkel liegen,
dass wir sie nur sehr mangelhaft kennen, mehr Licht zu verbreiten, und so hat derselbe unter
andern auch die Beobachtung gemacht, dass ein und derselbe Baum mehrere Sorten von Gummi
liefert. Es tritt nämlich das Gummi aus dem Baume gleichsam schaumig und auch dicht hervor,
es zeigt sich hell und dunkel von Farbe, und die Stücke, zu denen es sich bildet, erscheinen auch
von sehr verschiedener Gestalt und Größe, woraus denn hervorgeht, dass die im Handel vorkommenden
Sorten nicht immer von besondern Acacienarten gesammelt werden, sondern dass überall,
wo man das Gummi auch sammeln möge, es erst auslesen müsse, um die verschiedenen Sorten
für den Handel daraus zu bilden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)