"Mistelkraut: Die Droge besteht aus getrockneten Stängeln, Blättern und gelegentlich auch Früchten von Viscum album. Ihr Geruch ist sehr schwach, ihr Geschmack säuerlich, bitter.
Gereinigte wässrige Auszüge in Ampullenform sind zur subkutanen, intrakutanen oder intravenösen Anwendung bestimmt. Ihr Hauptanwendungsgebiet sind Arthrosen, Bandscheibenerkrankungen und Ischalgien. Sodann in der Krabsbehandlung: Prophylaktisch bei Risikopatienten, postoperativ zur Rezidivprophylaxe (adjuvant) und palliativ bei inoperablen Tumoren.
Nach einigen nicht näher dokumentierten Beobachtungen können die peroral anzuwendenden Präparate zu allergischen Reaktionen führen."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Viscotoxine: Die Stoffe sind eine Gruppe von toxischen Peptiden, die aus Blättern und Zweigen der weißen Mistel isoliert wurden. Extrahiert man die Droge mit Essigsäure und setzt Aceton zu, so fällt eine als Viscotoxin bezeichnete Peptidfraktion aus, die bei i.v. Zufuhr außerordentlich toxisch ist. Viscotoxine haben zytostatische Eigenschaften. Wässrige Mistelauszüge provozieren, wenn subkutan injiziert, Quaddel- und Blasenbildung.
Anwendung: Intrakutan zur lokalen Reizkörpertherapie in Form wässriger Extrakte bei Ischialgie, Bandscheibenerkrankungen und Arthrosen; auch zur palliativen Krebstherapie. Die Möglichkeit einer Schmerzlinderung durch gleichzeitige intensive Reizung anderer Hautsinne an der schmerzhaften Stelle oder an anderen Körperregionen ist eine alte und wohl allen Kutlurkreisen bekannte Erfahrung. In der Neurophysiologie ist das Phänomen als Schmerzverdeckung bekannt."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)