Mistel w, Viscum, Gattung der Mistelgewächse (nach der neueren Systematik in eine eigene Familie Viscaceae gestellt) mit ca. 70 Arten in den gemäßigten Regionen. Auf Gehölzen schmarotzende (Schmarotzerpflanzen), immergrüne, strauchige Pflanzen mit grünen Sproßachsen, einfachen Blättern (gelegentlich zu Schuppen reduziert), unscheinbaren, jeweils zu mehreren an den Enden der Sproßglieder sitzenden Blüten und einsamigen Früchten.
In Deutschland wächst nur die von Europa bis Ostasien heimische, bis 1 m hohe, gabelig verzweigte Weiße Mistel (Viscum album). Der Hemiparasit besitzt kleine, spatelförmige, gelbgrüne Blätter von ledriger Konsistenz und eingeschlechtige, gelbliche Blüten. Seine klebrigen, weißlichen Scheinbeeren werden durch Vögel ausgebreitet. Man unterscheidet 3 Unterarten: Laubholz-Mistel (Viscum album ssp. album), Tannen-Mistel (Viscum album ssp. abietis) und Kiefern-Mistel (Viscum album ssp. austriacum), die sich vor allem durch ihre Wirtspflanzen unterscheiden.
Bereits in der Antike wurde die Mistel als Heilpflanze genutzt (Mistelextrakt) und gilt noch heute in der Volksmedizin als blutdrucksenkendes Mittel. Sie war auch das heilige Zeichen der Druiden und galt im Mittelalter als Schutz gegen Blitzschlag, Krankheit und Verhexung. Das Aufhängen von Mistelzweigen als Weihnachtsgrün ist ein aus England stammender Brauch.