"Weißer Mistel, Mestel, Ginster, Kinster, Kenster, Künst, Assolter Marentocken, Kreuzholz.
Wächst in ganz Deutschland und in den übrigen Ländern Europens als Schmarotzergewächs auf Bäumen, als: auf Fichten, Eichen, Birken, Linden, Weiden, Äpfelbäumen und Birnbäumen.
Blühet im März und April.
Die Äste und Blätter dieses Gewächses, und zwar vorzüglich von solchem gesammelt, was auf Eichen vorkommt, wurden zusammen unter dem Nahmen Viscum quernum aufbewahrt, so wie man sie auch jetzt noch in den Apotheken vorfindet. Das Mistelholz, Lignum Visci, muß mit der Rinde aufbewahrt werden. Im frischen Zustande besitzt das ganze Gewächs einen unangenehmen Geruch, der aber beym Trocknen völlig verschwindet: und es bleibt alsdann bloß schleimig und etwas bitter von Geschmack. Man gebrauchte es ehedem als ein specifisches MIttel wider die Fallsucht; aber die so sehr gepriesene Wirkung hat sich nicht bestätigt.
Die Beeren geben, durch Auskochen mit Wasser und nachheriges Gähren bis zur Klebrigkeit, den sogenannten Vogelleim."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Vierter Band. 1816.)